Aktuelle Studie: Social Media im „Ländle“

Umfrage IHK Schwaben zu Social Media

Gefühlt befindet sich im Schwabenland vom Wirtshaus um die Ecke über den Milchproduktproduzent bis hin zum Baggerschaufelhersteller jedes Unternehmen bereits im Social Web – oder zumindest auf dem Weg dorthin.

Trügt dieses Bauchgefühl?

Die IHK Schwaben hat das genauer interessiert und hat deshalb über 200 Unternehmen aus der Region befragt wie ihre aktuellen Aktivitäten rund um das Social Web aussehen. Frei nach dem Motto „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ möchte ich hier nun auf die wichtigsten Ergebnisse der Studie eingehen.

Umfrage IHK Schwaben zu Social Media

© berwis / pixelio

Nr. 1: Ein Drittel ist bereits „drin“
„30 Prozent aller schwäbischen Unternehmen sind zumindest auf einem Kanal mit einem Profil vertreten.“

Umso öfter ich den Satz lese, desto größer wird mein Zweifel an der inhaltlichen Aussage. Was bedeutet „vertreten sein“? Beginnt das bei der Einrichtung des Accounts? Wird eine gewisse Aktivität vorausgesetzt? Das klingt meiner Ansicht nach ein bisschen nach „Der Schüler war stets anwesend.“

Nr. 2: Andere Zunft, andere Sitten
„Die Nutzungsintensität von Social Media hängt stark von der Branchenzugehörigkeit ab“

Mehr als 50% des Gastgewerbes, danach andere Dienstleister und „mit großem Abstand“ das produzierende Gewerbe und der Handel. Gründe hierfür?
Hauptgrund natürlich die verschiedenen Zielgruppen. Umso mehr sich das Geschäftsmodell von B2C zu B2B verschiebt, desto geringer überlappt in der Regel die Zielgruppe mit der Nutzerstruktur der Sozialen Dienste.

Nr. 3 Es kommt nicht auf die Größe an
„Die Größe der Unternehmen hat parktisch keinen Einfluss darauf, ob Social Media zum Einsatz kommt oder nicht.“

Es kommt also doch nicht auf die Größe an… Das überrascht mich jetzt doch etwas. Richtig gemanagetes Social Media Marketing benötigt Ressourcen. Hier erhärtet sich der Verdacht, auf welchem Level das oben genannte „vertreten sein“ anfängt.
Ganz nebenbei: Vermisst jemand einen „parktisch“? 😉

Nr. 4: Was wollen wir hier?
„Das Hauptziel der Social Media Nutzung besteht darin, weitere Abnehmer für Produkte und Dienstleistungen zu finden.“

Neukundengewinnung als oberste Prämisse? Hmm. Das hat so einen ganz leichten, bittersüßen Hauch von „Social Media als Vertriebskanal missbrauchen“.
Nicht falsch verstehen.
Aber mir stellt sich hier die Frage welchen Stellenwert dann die Kundenbindung hat? War da nicht was von wegen „Es ist ungefähr 5-10 mal teurer einen Neukunden zum Kauf zu bewegen, als einen Bestandskunden zu halten?“

Zum Abschluss noch das wohl interessanteste Zitat des Artikels:

„Die Hälfte der befragten Unternehmer sagt uns heute, das Internet sei für ihr Unternehmen unverzichtbar geworden“

Bedeutet also im Umkehrschluss: 50% der über 200 befragten Unternehmen würden ihren Geschäftsbetrieb nicht maßgeblich gefährdet sehen, wenn man ihnen das Modem aus der Wand reißen und die Bruchstelle fachmännisch verspachteln würde. Das ist nun wirklich schwer nachvollziehbar.

Mein Fazit: Die Relevanz von Social Media nimmt in der Strategie der kleinen und mittelständischen Unternehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Die Qualität der Herangehensweise, Diskussion und auch der Meinungsbildung im und um dieses Thema steigt dagegen eher unterproportional.

Eures?

Quelle: b4bschwaben.de

 

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Christian

Kurz zu mir: Als Social Media Community Manager der Firmengruppe Liebherr betreue ich die verschiedenen Firmen-Auftritte auf Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und YouTube. Daneben blogge ich hier über Social Media Marketing, Online Marketing und sonstigen digitalen Schabernack.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Nun, es gab schon mal eine Mittelstandsauswertung in BW. Ganz ganz viele waren ‚vertreten‘ aber die meisten davon mit ‚automatisch erstellten Profilen‘. D.h. die, die bei XING und Facebook von selbst entstehen.

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    • Hallo Herr Gassner,
      danke für die interessante Bemerkung. Diese Grauziffer, die da in Statistiken auftaucht hatte ich noch garnicht bedacht, vielen Dank!

      Grüße,
      Christian

      Antworten

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