Best Practice: Die Heldele GmbH

Heldele-Logo

Einen 10-minütigen Fußmarsch von der Champs Élysée entfernt sitze ich in einem 14m² großen Zimmer eines renovierten Altbaus mit Stuck an der Decke, Fischgrätenparkett und haste nicht geseh’n. Trotzdem schweift der Blick durch mein digitales Fenster natürlich allabendlich gerne in die ferne Heimat… Und so bin ich mehr oder weniger durch Zufall auf die Social Media Präsenz eines mittelständischen Unternehmens aus dem schwäbischen Salach im Landkreis Göppingen aufmerksam gemacht worden.

Die Heldele GmbH

Google Maps Eintrag der Heldele GmbH in Salach

Die 1964 gegründete Heldele GmbH fällt in eine klassische schwäbische Branche: Irgendwas mit Technik. Genauer genommen Dienstleistungen für Elektro- und Kommunikationstechnik. Dienstleistung im B2B also. Hätte man auch drauf kommen können, wenn man den, pardon, etwas leeren Claim „Elektro – Kommunikations – Technik“ liest. Ja, das mit den Claims ist immer so ne Sache. Aber auch ein ganz anderes Thema.  Mehr dazu in den kommenden Wochen. Hab da schon was im Kocher. Köcher.

Zurück zu unserem Local Hero nahe unserer schönen Landeshauptstadt Stuttgart. Denn was der ca. 500 Mann/Frau starke Dienstleiser hier auf seinen Social Media Kanälen abzieht ist nicht von schlechten Eltern. Natürlich allen voran die Präsenz auf Facebook. Pardon: Die 3 (!) Präsenzen auf Facebook.

Diese magische Zahl, die übrigens auch bei Spätzle zu beachten ist (Merke: 3 Löffel sind immer besser als 2! Immer!), dient der Heldele GmbH dazu, mit verschiedenen Zielgruppen zu kommunizieren. Beginnen wir mit den beiden „kleineren“ Projekten, welche quasi noch in den Facebook-Kinderschuhen stecken.

Elternführerschein und Elektrotankstellen – Stichwort „Social Responsibility“

Die Facebook Fanpage der Heldele Stiftung

Als Non-Profit-Organisation hat sich die „Helde Stiftung“auf die Fahnen geschrieben durch gezielte Wissensvermittlung und -förderung die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Jetzt mal ganz ohne Flachs. Das ist toll, wenn man sieht wie hier Jugendlichen, Eltern oder Ausbildern eine Palette an Weiterbildung und Förderung geboten wird. Und das wichtigste: Es wird auch kommuniziert. Frei nach dem Motto: „Tu Gutes und sprich darüber.“. Wegen 66 Likes mach ich hier zwar noch keinen Moët auf, aber was nicht ist kann ja noch werden.

Beim zweiten Projekt dreht sich hingegen alles um des Schwaben bestes Stück: Das Auto. Unter „Die Stromtankstelle“ berichtet der/die/das Marketingverantwortliche der Heldele GmbH über die eigens eingerichtete Stromtankstelle und allgemein über das Thema Mobilität ganz ohne fossile Brennstoffe. Zu dem Lehrauftrag (CHALLENGE ACCEPTED!) kommt jetzt also noch der Bio-Stempel auf das Gesamtpaket. Das klingt zynisch. Soll es aber gar nicht. Die mit 24 Likes noch recht jungfräuliche Seite wirkt schlichtweg sympathisch und vor allem authentisch. Gefällt mir! Stimmt gar nicht. So. 25. Jetzt gefällt‘s mir!

„Azubi of the year“, Lego-League und Nogger!

Auf der Hauptseite der Facebookpräsenz der Heldele GmbH sieht man auf den ersten Blick, dass sich hier jemand Mühe macht. Regelmäßige, oftmals mit emotional sehr positiv beladenen (NOGGER! <3 ) Bildern geschmückte Posts sorgen dafür, dass die Seite bis heute von 254 Menschen geliked wurde. Doch was macht ein „Dienstleister für Elektro- und Kommunikationstechnik“ hier eigentlich? Die alten Hasen unter euch haben den Braten natürlich sofort gerochen: Arbeitgebermarke stärken. Dem drohenden Fachkräftemangel wird auch hier versucht durch direkte Kommunikation mit den Potentialen von morgen entgegenzuwirken.

Der Heldele „Azubi of the year“- Smart

So werden Einblicke in den spannenden Ausbildungsalltag gegeben, „Auslerner“ berichten von ihrer erfolgreichen Übernahme und ganz nebenbei darf der „Azubi of the year“ den Elektrosmart 1 Jahr für Umme fahren! Leider Geil. Bis auf dieses verdenglischte „Azubi of the year“. 😉

Auch technisch ist das alles recht sauber, man verwendet eigens gestaltete Icons und hat, aufgepasst, sogar ein Impressum. Kann man nicht oft genug sagen. Impressum! Pflicht auf Facebook! Verdammichnochma. Gut gemacht!

Die Geschichte vom Aschenbrödel: Der Youtube-Kanal

Aber wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Abseits des zentralen Social Media Kanals bewegen sich unsere schwäbischen Freunde auch noch auf Youtube. „Bewegen“ ist immer relativ. Sagen wir mal so: Man kann sich in 39km Höhe aus einer Kapsel stürzen oder mit dem Elektro-Smart zum Überholen auf der Autobahn ansetzen. Beides Bewegung.

Der Youtube-Kanal ist mit 5 semi-professionell gedrehten Videos, 2000ungrad Klicks und 4 Abonnenten das schwächste Glied im Social Media Mix des Mittelständlers. Das Imagevideo beispielsweise ist aus Marketersicht verdammt lustig anzusehen. Aber spätestens als die junge Dame bei 1:06 durch das absolut krass („boah fett“) animierte Türschild und die einladende, lizenzfreie Fahrschulmusik in die Hallen der Gebäudetechnik gelockt wird muss ich kurz auf Pause drücken :) .Ich habe ernsthaft auf den Moment gewartet an dem sie zu rappen anfängt. Nochmal Glück gehabt:

Was ich hier so lapidar daherplapper ist leider gängige Praxis: Hier wird der Youtube-Kanal in recht stiefmütterlicher Manier gehandhabt. Nämlich weniger als ein ernstzunehmender Social Media Kanal, sondern lediglich als Hosting-Plattform für Videos die man dann irgendwo auf der Homepage oder Facebook einbettet. Wenn man sich da mal nicht irrt und Potential verschenkt.

Das Fazit

Alles in allem macht die Heldele GmbH einen wirklich guten Job. Man hat sich Ziele gesetzt, bedient unterschiedliche Zielgruppen auf unterschiedlichen Kanälen und sorgt vor allem für eins: Transparenz. Hier spürt man, dass Social Media gelebt wird und das Unternehmen bereit ist offen und vor allem auf Augenhöhe mit den Interessenten zu kommunizieren. Die Online-Kommunikation könnte für meinen Geschmack jedoch noch etwas mehr in beide Richtungen gehen. Umfragen und Gewinnspiele à la „Nenne uns deinen persönlichen Stromspar-Tipp!“ usw. wären da eine Möglichkeit.

Ich bin auf jeden Fall gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich die Projekte unterschiedlich voneinander entwickeln werden und wie das Ganze in Zukunft gestemmt wird. Aber einst ist klar: Die Heldele GmbH ist mit größtmöglich anzunehmender Wahrscheinlichkeit ein Anwärter auf den (ACHTUNG! Spoiler!) „Goldenen Spätzlehobel 2012“. Man darf gespannt sein 😉

Besten Gruß aus der Küche!

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Christian

Kurz zu mir: Als Social Media Community Manager der Firmengruppe Liebherr betreue ich die verschiedenen Firmen-Auftritte auf Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und YouTube. Daneben blogge ich hier über Social Media Marketing, Online Marketing und sonstigen digitalen Schabernack.

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  1. Pingback: Best Practice: Kekswerkstatt.de (Tübingen) | spätzlemitsoß.de Social Media Marketing Blog aus der Region Oberschwaben, Schwaben und Allgäu

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