Facebook-Gewinnspiele (Teil 1): Alles was RECHT ist

Facebook dislike

„Müller!“
„Ähm, ja? Chef?“
„Was macht eigentlich unsere Facebook-Seite? Geht da mal was?“
„170 Fans, Chef.“
„Das waren letzten Monat doch schon 170, oder?“
„Ja, aber wir sind ja gerade erst gestartet, Chef.“
„Da muss mehr gehen. Vorschläge?“
„Hmm. Ein Gewinnspiel?“
„Klasse Müller! Weitermachen!“

Und da wären wir schon beim Thema. Wer kennt es nicht? Das ganze Facebook-Projekt ist schön angelaufen, alles neu, alles toll, die Kollegen klicken rein, Freunde liken die Seite aber irgendwann kommt der Punkt an dem man sich Gedanken machen muss wie man die restlichen eins-komma-ungrad Milliarden Menschen dazu bewegt endlich diesen verdammten blauen Daumen zu drücken.

Möglichst schnell, möglichst viel, möglichst billig. Is klar, ne?

Zum Glück haben wir ja noch den iPod nano vom Bredl-Gewinnspiel in der Schublade liegen. Darauf fährt die Crowd doch ab. Also nichts wie los:

„Hey! Unter allen neuen Fans zwischen jetzt und Weihnachten verlosen wir einen nagelneuen (!) iPod nano! Jetzt auf „Gefällt mir“ klicken, diesen Beitrag teilen oder dich und deine Freunde auf diesem Foto markieren! Der/Die Glückliche wird von uns via Facebook benachrichtigt! Viel Glück!“

37 neue Likes. Müller zufrieden. Chef zufrieden. Facebook not amused.

Die Facebook Promotion Guidelines:
Was ist erlaubt, was nicht?

Was lief hier schief? Man muss ja bekanntlich das Rad nicht neu erfinden und daher führe ich an dieser Stelle lediglich 3 Links auf in denen meiner Ansicht nacht ziemlich gut und ausführlich erklärt wird, auf was man bei Gewinnspielen über Facebook achten muss. Allen voran natürlich die offiziellen Promotion Guidelines des Social Networks (okay, ich ziehe an dieser Stelle das „gut und ausführlich“ zurück…) gefolgt von 2 sehr aufschlussreichen Blogartikeln:

Facebook.com: Offizielle Facebook-Promotion Guideline
Socialmedia-blog.de: 5 einfache Regeln schützen vor Fehlern (Meike Gerlitschka)
Social-Media-Team.de: Facebook-Gewinnspiele – Die 5 häufigsten Fehler (Sven Gasser)

Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass es hier einige wenn und aber gibt auf die man achten sollte. Ich bin zwar echt scharf auf relevante Keywords in meinen Artikeln – aber den ganzen Brei jetzt nochmal aufzuwärmen und euch als brandheiß vorzusetzen wäre unter meiner Blogger-Würde. Ja, sowas gibt’s. Noch.

Denn auf technischer Ebene gibt es gefühlt schon 12hoch3 Artikel wie man eine Facebook-App erstellt, welche Anbieter es dafür gibt und im Zweifelsfall lässt man sowieso am besten eine hippe Online-Marketing-Agentur ran die sich mit sowas auskennt.

Obwohl. Aufgepasst. An dieser Stelle jetzt mein einziger praxisrelevanter Ratschlag der unbedingt zu befolgen ist: Wenn du in einem Satz die Wörter „viel“, „schnell“ und „günstig“ in der nächsten Marketingsitzung fallen hörst, dann kann es sich zu 98%iger Wahrscheinlichkeit nicht um euer nächstes regelkonformes Gewinnspiel auf Facebook drehen. Ein Satz wie:

„Sorry, Chef. Da haben wir wohl viel zu schnell die günstige Alternative gewählt.
Unsere Fanpage ist down. :‘-( „

ist mit obigem Vokabular schon eher plausibel.

Facebook-Gewinnspiele: Sinn und Unsinn.

Viel interessanter und noch nicht sooo breit ausgetreten wie die rechtliche und technische Umsetzung ist das Thema „Überlegung und Zielsetzung“ das hinter dem Gewinnspiel steht. Da ich aber (und jetzt gelangen wir an den maximalen Grad meiner Transparenz die ich euch gewähren werde) momentan lieber am ersten richtig sonnigen Tag in Paris nochmal an der Seine entlang spaziere und eine Crêpes mit Nutella esse, gibt’s den Artikel „Facebook-Gewinnspiele (Teil 2): Sinn und Unsinn.“ in der kommenden Woche.

Basta.

Das war also das „Amuse-Gueule“, nächste Woche folgt „le plat“ und ich gönn‘ mir jetzt erst mal wie angekündigt mein Dessert. Wow. Hier geht’s heute schon g’schmackig zu, was? 😉 Aber so sind wir hier in Frankreich eben – savoir vivre.

Gruß aus der Küche!

P.S. Wenn du diesen Artikel mittels einen der unten eingeblendeten Social-Network-Buttons teilst, einen Kommentar hinterlässt oder den Blog per RSS abonnierst, nimmst du automatisch an einem tollen Gewinnspiel teil!

Spaß.

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Christian

Kurz zu mir: Als Social Media Community Manager der Firmengruppe Liebherr betreue ich die verschiedenen Firmen-Auftritte auf Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und YouTube. Daneben blogge ich hier über Social Media Marketing, Online Marketing und sonstigen digitalen Schabernack.

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Das Problem an der Sachlage ist ein grundlegendes Missverständnis. Von „vielen Fans“, die ein Gewinnspiel generieren kann, hat ein Unternehmen wenig bis nix und lässt die Möglichkeiten, die soziale Netzwerke bieten brach liegen.
    Idealerweise versteht ein Unternehmen Facebook & Co. als schnellen und direkten Kommunikationsweg, der einen direkten Draht zu Zielgruppe, Kunden und Partnern öffnet und eine „Community“ entstehen lässt. Das ist halt aufwändiger, als im Budget Geld für drei iPads zu suchen, aber wesentlich sinnvoller.

    Antworten

  2. „“Sorry, Chef. Da haben wir wohl viel zu schnell die günstige Alternative gewählt.
    Unsere Fanpage ist down. :’-( “

    ist mit obigem Vokabular schon eher plausibel.“

    Na ja, seien wir ehrlich, in der Praxis nicht. Ich sehe nahezu täglich (!) ein nicht richtlinienkonformes Gewinnspiel auch auf großen Seiten. Und es passiert – nichts. Der Grund: Die Leute nehmen lieber am Gewinnspiel teil, in der Hoffnung, etwas zu gewinnen, anstatt die Seite zu melden. Warum sollten sie auch? Wenn die Seite down ist, haben sie ja nix mehr davon. So haben sie wenigstens noch eine Chance auf einen Gewinn.
    Theoretisch riskiert man damit also die Existenz der Seite, in der Realität kommt man damit überwiegend durch. Ich plädiere hier jetzt nicht für nicht richtlinienkonforme Gewinnspiele. Ich weise Kunden auch immer auf die Problematik hin und rate zu richtlinienkonformem Vorgehen. Aber de facto habe ich da einen pragmatischen Ansatz, der lautet: Facebook sollte hier endlich seine Richtlinien der Realität anpassen und Gewinnspiele zulassen, die auf der Pinnwand stattfinden und Aktionen auf der Pinnwand verlangen. Es wird immer argumentiert, Facebook täte das aus rechtlichen Gründen, weil es sonst für das Gewinnspiel verantwortlich sei, wenn es auf seiner Pinnwand stattfände. Für Deutschland zumindest trifft das nicht zu. Wer eine Facebook-Page betreibt, ist Diensteanbieter und allein für die Inhalte verantwortlich. Facebook stellt nach deutschem Recht nur die technische Plattform. Es gibt also keinerlei Grund, die Richtlinien nicht mal zu überarbeiten. Facebook agiert hier völlig unnötig als Kreativitätsverhinderer.

    Antworten

    • Hallo Alexander,
      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich denke auch weniger, dass die „Gefahr“ einer Meldung von den Fans ausgeht. Mehr gehe ich davon aus, dass sich der Wettbewerb im Social Web verschärfen wird, wenn die Unternehmen so weit sind das Potzenzial zu erkennen, zu nutzen und der ROI messbar wird.

      In einem Interview plädierte Joachim Steinhöfel, Ex-Media-Markt Anwalt und Abmahn-Guru, erst kürzlich für ein aggressiveres Wettbewerbsdenken im Social Web. Momentan ziehen wohl eher spezialisierte Kanzleien daraus Profit, aber denkbar ist es schon, dass hinter der ein oder anderen Abmahnung ein Wettbewerber steht der den jungen, noch längst nicht gesättigten, Markt für sich auf aggressive Art und Weise behaupten will.

      Grüße!
      Christian

      Antworten

  3. Na ja, ein Verstoß gegen die Promotion-Richtlinien von Facebook ist nicht gleich ein Rechtsverstoß und auch nicht zwingend ein Wettbewerbsverstoß. Abmahnungen helfen da also nicht zwingend. Aber Unternehmen könnten sich gegenseitig anschwärzen, ja.

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