Kulleraugen und Babypopo

Best-Practice: Kulleraugen und Babypopo

„Sex sells“ war einmal. Die Helden des Social Web sehen anders aus: Sprechende Orangen, ein hingekritzelter Troll und last but not least alles was über Kulleraugen und einen Babypopo verfügt.

Ja richtig gehört! Das beste Beispiel dafür liefert die  Firma Ravensburger derzeit auf ihrer Facebook-Fanpage. Die hier am 26. Juni gestartete Aktion „Baby der Woche“ wurde mehr oder weniger unverhofft zu einem wahren Reichweiten-Spektakel.

Ravensburger Baby der Woche

Likes, Kommentare und geteilte Beiträge zum Baby der Woche auf der Ravensburger Facebook Fanpage

Das Prinzip ist einfach: Der Spielehersteller aus dem Herzen Oberschwabens, der mit seiner Facebook-Präsenz unterschiedlichste Zielgruppen anspricht, sucht momentan im wöchentlichen Turnus das „Baby der Woche“ zu einem bestimmten Thema. Im ersten Anlauf war dies das Thema „Kuscheln“. Für die Ankündigung gab es (in Anbetracht der 19.000 Fans) verhaltene 50 Likes.

Also knippsten die Muttis und Pappis fleißig und schickten ihre Bilder ein. Die Ravensburger Jury wählte dann aus den Einsendungen aus und kührte den kleinen Gewinner. Der durfte sich über die Einbindung in den eigens für die Aktion gestalteten Header freuen und der/die verantwortliche Marketer bei Ravensburger über amtliche 300 Likes, 20 Kommentare und 40 geteilte Beiträge. In den ersten 3 Stunden.

Wirft man die Milch-Mädchen-Rechenmaschine an wird man (unter grober Schätzung, dass die likenden Mamis im Schnitt ca. 25 Freunde auf Facebook haben) auf eine virale Reichweite auf der ersten Ebene kommen, die irgendwo zwischen 10.000 und 15.000 liegen müsste. Zusätzlich natürlich zu den 19.000 Fans der Seite.

Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Social Media funktioniert.
Doch was ist das Geheimnis? Was haben die was wir nicht haben?!?

Schauen wir uns die Ravensburger Fanpage mal genauer an.

Die Fanpage des 1853 gegründeten Spiele-Herstellers erblickte am 14. März das Licht der Welt. Eine App, in welcher man mit den Profilbildern seiner Freunde Memory spielen kann, trag dazu bei, dass man innerhalb einer Woche schon 1000 Fans verzeichnen konnte. Eine Woche und weitere Gewinnspiele (vermutlich auch die ein oder andere Offline-Maßnahme) später waren es dann schon 5.000 und knapp einen Monat nach Launch verbuchte man dann bereits 10.000 Fans.

Doch was sind die wesentlichen Erfolgskriterien?

1. Konstanz
Es gibt kaum mehr als 3 Tage am Stück, an denen kein neuer Post auf der Ravensburger Fanpage veröffentlicht wird. So bleibt die Seite quietsch-lebendig und gerät nicht in Vergessenheit.

Ravensburger Bilder in der Chronik

Erfolgreiches Posting in der Fanpage Chronik des Oberschwäbischen Spieleherstellers Ravensburger

2. Positive Bildsprache
Das Ravensburger Team legt zurecht Wert auf eine emotionale Kommunikation mit Hilfe von Bildern. In den meisten Beiträgen geht es bunt einher und richtig gute Motive werden sogar quer über die Chronik gepinnt.
Ist ja mittlwereile kein Geheimnis mehr, dass unser Gehirn auf Bilder deutlich stärker reagiert als auf Text. Und alleine beim Durchscrollen der Chronik, finde ich persönlich, wird hier schon eine blumenwiesenmäßige Stimmung übertragen.

3. Einbeziehung des Publikums
Hier spielt Ravensburger wirklich alle Memory-Karten aus. Da werden Umfragen geschalten, Wettbewerbe zum Fan der Woche veranstaltet, Testpuzzles verschickt, welche dann wieder von den jeweiligen Testern stolz online präsentiert werden, die Nationalmannschaft gepuzzlet und letztendlich das „Baby der Woche“ gesucht.

Die Besucher werden so vorbildlich eingebunden und es findet ein beispielhafter Dialog mit den Zielgruppen statt. So einfach ist das. Ist es tatsächlich so einfach? Nein.

Hinter dieser ganzen Kulisse steckt eine Marketing-Abteilung inkl. einer in Vollzeit angestellten Social Media „Fachkraft“  plus Agentur, welche z.B. bei der grafischen Umsetzung behilflich ist. Soviel zum Thema „Social Media isch cool. Und koschda tuts au nix!“

Berücksichtigt werden muss dazu natürlich auch, dass es sich bei Ravensburger um eine starke, emotionsbeladene Marke im B2C handelt, welche durch ihre Produkte und sogar einen eigenen Vergnügungspark (welcher eine eigene Fanpage besitzt) auf starke Offline-Möglichkeiten zurückgreifen kann um Ihre Social Media Präsenz zu treiben.

In Anbetracht dieser Voraussetzungen sind die aktuellen 19.000 Fans noch verhältnismäßig wenig. Aber Ravensburger ist auf einem guten Weg und wird sicherlich noch den ein oder anderen Fan gewinnen.

Das neue „Baby der Woche“ (Thema: Baby am Telefon) steuert schon jetzt seinen Beitrag dazu bei.
Süüüüüüß! Like.

-> Hier gehts zur Fanpage von Ravensburger

Das könnte dir auch gefallen:

Christian

Kurz zu mir: Als Social Media Community Manager der Firmengruppe Liebherr betreue ich die verschiedenen Firmen-Auftritte auf Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und YouTube. Daneben blogge ich hier über Social Media Marketing, Online Marketing und sonstigen digitalen Schabernack.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, nur schade, dass ich Ravensburger gefragt hatte, ob sie nicht nen Spieleabend beim Barcamp Bodensee sponsern wollen.
    Es kam (soweit ich mich entsinne) nicht mal ein Echo.
    (Sie hätten ja auch einfach kommen und mal gucken können …)

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.