Showdown der Videosharing Apps: Instagram schlägt Vine

„Instagram kann jetzt auch Video. Shit.“Video App Vine

So, oder so ähnlich, muss es heute nach dem letzten Facebook Live-Event über die Flure der Twitter Inc. in San Francisco gehallt haben. Twitter? Warum juckt es die, dass Instagram nun auch Videos kann? Ganz einfach:

Twitter wurde 2012 auf die Videosharing-App Vine aufmerksam und aquirierte dieses Social Media Sternchen kurzherand aufgrund des enormen Potentials. Wer noch nichts von Vine gehört hat: Es lassen sich hier Videos von maximal sechs Sekunden länge aufnehmen, mit Hashtags versehen und anschließend mit Followern teilen oder anderorts einbinden (mehr Infos und weiterführende Links zu Vine gibt’s hier).

Soweit zu Vine. Wo greift Instagram nun an? Im Grunde schlägt Instagram hier erstmal mit seinen bewährten Waffen zu: Es ist einfach und vor allem ziemlich hübsch gemacht. Für den Nutzer verändert sich auf den ersten Blick nämlich erstmal wenig: Rechts neben dem Auslöser befindet sich nun ein kleines Kamerasymbol. That’s it.

Instagram mit Videofunktion

Stichwort „Nutzer“. Durch die Integration in die bestehende App startet Instagram aus voller Fahrt mit rund 130 Millionen Anwendern. Vine allerdings begeistert momentan nur knapp ein Zehntel. Und das auch nur ausschließlich auf Apples Betriebssystem iOs. Gerade im deutschsprachigen Raum findet man, wie damals schon bei Twitter, wenig Gleichgesinnte oder gar offizielle Kanäle.

Doch noch entscheidender für den Erfolg von Instagram als Videosharing-App ist hier der hohe Funktionsumfang, welcher meiner persönlichen Ansicht nach Vine um Längen schlägt:

  • Maximale Länge der Clips: Ist man bei Vine gezwungen seine Botschaft in 6 Sekunden zu verpacken, bietet Instagram 15 Sekunden Spielraum. „Mehr“ bedeutet zwar nicht immer „besser“ und die extreme Kürze setzt natürlich auch einen gewissen Anreiz zur Kreativität – allerdings wirken manche Aneinanderreihungen von Videoschnipseln auf Vine auf Grund der „Dichte“ an verbildlichten Informationen sehr verwirrend.
  • Undo-Funktion: Ein wirkiches „Killer-Feature“ ist die Funktion einzelne Sequenzen zu löschen und neu aufzunehmen. Bei Vine hingegen wird defakto ein komplettes Video unbrauchbar, sollte eine Sequenz darin Mist sein. Manche Versuche eine halbwegs spannende Situation einzufangen werden hier teilweise wirklich zum halbstündigen Projekt.
  • Video-Filter: Bei Vine arbeitet man strikt nach dem Verfahren: Take it as it is. Instagram hingegen zählt hier auf ein Feature, welches wohl schon beim anfänglichen Fotosharing für den Erfolg der App verantwortlich war: 13 speziell für Videos entwickelte Filter hübschen das Meisterwerk am Ende auf. Dabei lässt sich während des Abspielens in Echtzeit der Filter wechseln und testen. Kommt gut.
  • Auswahl der Vorschau: Scrollt man bei Vine durch seinen Newsfeed, sieht man normalerweise das erste Frame des jeweiligen Beitrags. Das ist im seltensten Fall auch wirklich DER Eycatcher des Clips. Instagram bietet hier die Funktion an ein Cover-Frame aus dem Video zu wählen um es so den Vorbeisurfenden schmackhaft zu machen auch wirklich reinzuklicken. Bei Vine hingegen überflüssig, da die Videos im „Vorbeiscrollen“ sowieso automatisch starten. Kann man cool finden, muss man aber nicht.
  • Share-Funktion: Instagram macht es möglich, die Videos, direkt per Facebook, Twitter, tumblr, Flickr, foursquare oder, ganz oldschool, per E-Mail zu teilen. Vine hingegen beschränkt sich hier auf Facebook und Twitter.

Die Mädels und Jungs von Techcrunch haben eine schöne Gegenüberstellung veröffentlicht, auf der die Features der beiden Apps detailliert gegenübergestellt werden:

instagram vs vine

Die zwei einzigen, vermeindlichen Vorteile von Vine sind die Loop-Funktion und die Möglichkeit die Videos per HTML in Websites/Blogs einzubetten. Apropos einbetten. Mein letztes Vine-Meisterwerk (Vine Account: ChrisMehler) in der Kategorie „Loop“. Uuuuund ÄKTSCHN!

Okay, wieder zurück zum Thema und zu meinem persönlichen Fazit:

Facebook hat hier mit der Implentierung der Videofunktion einen absolut notwendigen Schritt getan. Gerade auf dem deutschen Markt wird Vine sich nun verdammt schwer tun an Nutzerzahlen zu gewinnen, da für die meisten Nutzer ein Wechsel nur wenig bis garkeine Vorteile bringt und die Schwelle sich in einem weiteren Social Network zu engagieren bekanntlich doch recht hoch ist.

Tut mir Leid, Twitter. Aber ich habe heute leider kein Foto Video für dich. Und morgen auch nicht.

 

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Christian

Kurz zu mir: Als Social Media Community Manager der Firmengruppe Liebherr betreue ich die verschiedenen Firmen-Auftritte auf Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und YouTube. Daneben blogge ich hier über Social Media Marketing, Online Marketing und sonstigen digitalen Schabernack.

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